Landtagswahl BW 2026 - ein guter Tag für "The Länd" und unser Land

Heute mal nur teilweise grantige Beobachtungen zur Landtagswahl.

1. ein fulminantes Ergebnis

Eine Regierungskoalition im Bundesland, deren Farben nicht zur Koalition in Berlin passen, wird mit deutlich über 60% der Wählerstimmen wiedergewählt. Wenn das kein nachdrücklicher Auftrag zum Weiterregieren ist.

2. Bundespolitik schlägt Landespolitik

Die bemerkenswerte Aufholjagd der Grünen - jede:r wird die jetzt mit den eigenen Lieblingsthemen erklären, aber ich denke doch, dass das eine sehr deutliche Ohrfeige für die Berliner Energiepolitik "im Rückwärtsgang" ist. 

Wer von "effizienten Verbrennern" träumt, um die deutsche Automobilindustrie zu retten, die Energiewende bewusst durch Blockade der Infrastruktur torpediert, und staunend zusieht wie Benzinpreise durch die Decke gehen, weil der Möchtegern-König und Friedensnobelpreisträger in spe aus Washington auch mal bisschen Krieg führen will, hat noch viel zu lernen.

Schlimmer noch: wir hatten doch jetzt jahrelang und im Rückblick die Regierung Merkel dafür kritisiert, zu lange am russischen Erdgas festgehalten zu haben. Warum machen wir jetzt schon wieder den Fehler, an fossilen Energieträgern festzuhalten, die wir selber nicht in der Hand haben?

Das ist eine Art der Realitätsverweigerung, die der CDU als eigentlich pragmatischer und vorwärtsgewandter, technikfreundlicher Partei nicht angemessen ist. Ich hoffe, die Bundes-CDU nutzt die Chance zur Kurskorrektur.

3. Leihstimmen diesmal andersrum

In meiner Jugend (ja, ist lange her, ich weiß) gab es immer die Diskussion um "Leihstimmen" von CDU Wähler:innen an die FDP, um die FDP über die 5 Prozenthürde zu hieven und zum Koalitionspartner zu machen.

Das überraschend schlechte Abschneiden von Linken (die doch eigentlich bei den Jungwählern sehr beliebt sein sollen) und vor allem der SPD kann ich mir nur so erklären, dass sich viele Wähler:innen dieser beiden Parteien an den Gedanken einer weiteren grün-schwarzen Regierung gewöhnt hatten und mit ihren Stimmen Özdemir zum Ministerpräsidenten machen wollten.

Hat ja auch geklappt, ich werd mich nicht beschweren.

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